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Dr. Kékes Ferenc
Präsident des Komitates Baranya

Präsident der Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria im Biennium 2005-2006

Das Komitat Baranya übernimmt am 24. November 2004 nach 14 Jahren Vollmitgliedschaft den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria. 

Ich möchte mich zunächst im Namen des Komitates Baranya und aller Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft bei dem Komitat Zala und beim Herrn Präsidenten Bódog Zoltán Kiss für die in den vergangenen zwei Jahren geleistete Arbeit bedanken. Diese Arbeit, die im Einklang mit den – im Leitbild der Arbeitsgemeinschaft festgehaltenen – Grundprinzipien durchgeführt wurde, hat auch während der Präsidentschaft des Komitates Zala eine Kontinuität für die Fortsetzung der begonnenen Reformen gewährleistet.

Während der Präsidentschaft des Komitates Zala spielte die Frage über den Ausbau des Verkehrskorridors Nr. 5 eine zentrale Rolle, zu dessen Realisierung auch jene Tatsache in großem Maße beitragen kann, dass die seit langer Zeit nur formell bestehende Arbeitsgruppe Verkehr ihre Tätigkeit im Jahre 2004 wieder aufgenommen hat. Die Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria feierte im Jahre 2003 ihr 25. Jubiläum, dessen wir nicht nur im Rahmen einer vom Komitat Zala organisierten groß angelegten Feier, sondern auch durch die Herausgabe eines wunderschönen Alpen-Adria Albums würdig gedenken konnten. Nach einer mehr als ein Jahrzehnt dauernden Arbeit hat sich Herr Dr. Josef Lausegger im Jahre 2004 von der Spitze des Generalsekretariats verabschiedet. Er gehörte während seiner Tätigkeit immer zu den „bewegenden Federn“ der Organisation und hat dadurch unvergängliche Verdienste erlangt.

In der Person von Herrn Dr. Hellwig Valentin, dem Leiter des Generalsekretariats haben wir einen würdigen Nachfolger kennen gelernt, dessen Berufung und Engagement als eine sichere Garantie für den Erfolg unserer Zusammenarbeit dienen kann. Bei ihrer Entstehung und in dem darauf folgenden rund einem Jahrzehnt erfüllte die Arbeitsgemeinschaft sehr wichtige gesellschaftspolitische Aufgaben, da sie ein Forum für den Beginn des Dialogs und des gemeinsamen Denkens jener Akteure gewährleistete, die sich auf der „entgegengesetzten“ Seite der zweipoligen Weltordnung befanden. Die politische Situation hat sich jedoch bis heute– unter anderem auch dank der Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria – verändert, da mit Ausnahme von Kroatien alle sieben in der Organisation vertretenen Staaten Mitglied der Europäischen Union sind. Diese günstige Veränderung wirft natürlich die Frage der Zukunft der Arbeitsgemeinschaft auf, welche Frage in den vergangenen Jahren auch die Organisation selbst in großem Maße beschäftigte. Die Verwirklichung einer flexiblen und praktisch orientierten Tätigkeit scheint unerlässlich zu sein, in einer fünfsprachigen Organisation, in welcher – bei der Zusammenarbeit von 17 Regionen – derzeit insgesamt 34 Gremien tätig sind. Sicherlich stellen sich viele die Frage, ob die Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria überhaupt notwendig ist, auf welche Frage – meiner Ansicht nach – nur ein dezidiertes Ja die Antwort sein kann.

Für jeden Staat und für jede Region ist die Europäische Union mit den durch sie vertretenen gemeinsamen Politiken und Werte grundlegend bestimmend. Eines dieser ist das Prinzip der Subsidiarität, das die Notwendigkeit der Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria und anderer ähnlichen interregionalen Arbeitsgemeinschaften begründet, da diese Organisationen von unten bauend zur Umsetzung der wirtschaftlichen und sozialen Kohäsion, zur Verbesserung der Legitimität und Überschaubarkeit der Union bzw. deren Institutionen, sowie zum besseren Zugang zur Politik auch für die Bürger beitragen. Die Erfahrungen aus der vergangenen Periode machen eine Betonung der Wichtigkeit der politischen und fachlichen Beteiligung notwendig, da ohne diese eine gut koordinierte und effektive Verrichtung der Arbeit unvorstellbar ist. Die Berufung der politischen Vorsitzenden der Mitgliedsregionen stellt eine Garantie für das Weiterbestehen und für die internationale Anerkennung der Arbeitsgemeinschaft dar, wobei eine erfolgreiche Tätigkeit der Gremien ohne die Mitwirkung von fachkundigen Experten unvorstellbar ist. Ich bitte deshalb die Vorsitzenden der Mitgliedsregionen, auch weiterhin aktiv – nach Möglichkeit noch aktiver – bei der Definierung der wichtigsten Richtlinien der Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria mitzuwirken und durch die Entsendung von Vertreter, die über entsprechende berufliche Erfahrung verfügen, eine effiziente Tätigkeit der Organisation zu gewährleisten.

Das Komitat Baranya hat sich für die nächsten zwei Jahre zum Ziel gesetzt, die bereits begonnenen Reformen fortzusetzen und in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsregionen jene Lösung zu finden, welche – durch die Rationalisierung der Tätigkeit der Organisation – das Weiterbestehen, sowie die effektivere Arbeit der Arbeitsgemeinschaft und dadurch auch ihre internationale Anerkennung gewährleisten kann. Für all das halte ich eine Verstärkung der Zusammenarbeit auf Projektebene innerhalb der Organisation für äußerst wichtig, sowohl durch die Förderung von eigenen Projekten der Arbeitsgemeinschaft, als auch durch eine gemeinsame Nutzung der Möglichkeiten, die durch die Ausschreibungen der Europäischen Union geboten werden. Wir können mit einer effektiven Öffentlichkeitsarbeit sowie durch eine aktivere Einbeziehung der Medien und durch die Aktivierung der Einwohner in den jeweiligen Regionen zur Stärkung der gesellschaftlichen Kontakte innerhalb der Alpen-Adria und dadurch zur Gestaltung des Gefühls des Zusammenhaltens beitragen. Die Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria muss – als organischer Teil der Europäischen Union – die Unterstützung des Beitritts Kroatiens, des einzigen Staates der Arbeitsgemeinschaft, der noch kein EU-Mitglied ist, als ihre Aufgabe betrachten, wofür das effektivste Instrument der gemeinsame und die Interessen der Arbeitsgemeinschaft vertretende Auftritt in Richtung der Europäischen Union sein kann.

Im Interesse der Umsetzung der definierten Aufgaben möchte ich als Präsident der Arbeitsgemeinschaft einen engen Kontakt nicht nur zu den Regionalen Regierungschefs knüpfen, die ihre Region politisch vertreten, sondern auch zu jenen Personen, die für die Umsetzung der operativen Aufgaben verantwortlich sind, also zu den Mitgliedern der Kommission der Leitenden Beamten, dem Generalsekretariat, den Vorsitzenden der einzelnen Kommissionen, sowie auch zu den Leitern der Geschäftsstellen. Ich bin mir dessen sicher, dass es uns gelingen wird, die gesetzten Ziele durch ihre aktive Mitwirkung und Unterstützung umzusetzen und in dieser neuen historischen Periode die Möglichkeiten, die sich in der Arbeitgemeinschaft Alpen-Adria verbergen, erfolgreich auszunutzen.

Pécs, den 24. November 2004.