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Region Venetien
  

Venetien ist die größte und am dichtesten bevölkerte Region im Nordosten Italiens (18.000 km2 und knapp 4,5 Mio. Einwohner). Sie besteht aus sieben Provinzen mit den Hauptstädten Venedig (gleichzeitig Hauptstadt der Region), Belluno, Padua, Rovigo, Treviso, Verona und Vicenza. Geographisch gesehen gehören die Westdolomiten und ein Teil der Karnischen Alpen zu Venetien; ausgedehnte Ebenen machen etwa die Hälfte der Gesamtfläche aus und gehen in sandreiche Küsten und in eine vielfältige Lagunenlandschaft über; nur an die 100 km trennen das Meer vom Gebirge. Venetien hat mit dem Ostufer auch Anteil am Gardasee, dem größten See Italiens. 

Seit einigen Jahrzehnten haben die Industrie und der Dienstleistungssektor der Landwirtschaft als ehemals wichtigstem Wirtschaftszweig den Rang abgelaufen. Das Rückgrat von Industrie und Gewerbe wird durch eine Vielzahl von Klein- und Mittelbetrieben gebildet, die überall in der Region ihre Standorte haben. Ihrer Wirtschaftskraft ist es zu danken, daß man heute von einem "Modell Venetien" spricht, um damit zum Ausdruck zu bringen, daß die Region in den letzten Jahren zum Zugpferd der gesamtitalienischen Wirtschaftstätigkeit geworden ist. Dies zeigt sich auch in einer Arbeitslosigkeit, die nur knapp die 5% Marke übersteigt.

Der Fremdenverkehr nimmt einen besonderen Platz in der regionalen Wirtschaft ein. In den letzten Jahren lagen die Besucherzahlen im Schnitt bei fast 50 Mio., wobei über 20 Mio. auf ausländische Gäste entfallen, die vor allem in den Badeorten Jesolo, Caorle, Eraclea und in den Thermen von Abano und Montegrotto aber auch am Gardasee ihren Urlaub verbringen. Auch die Berge üben im Sommer und ganz besonders im Winter, mit Wintersportzentren wie Cortina d’Ampezzo, ihren Reiz auf die Touristen aus. Wenn von Venetien die Rede ist, kann man natürlich die Baudenkmäler nicht unerwähnt lassen: die architektonischen Schätze und die Museen der Stadt Venedig, die palladianischen Palazzi von Vicenza und die schloßartigen Villen, die in der gesamten Region zu finden sind, die Bauten der Romanik, Gotik und Renaissance in Verona. Aber auch in den kleineren Städten findet man unzählige Baudenkmäler und Kunstschätze. 

Kulturstiftungen und –ämter, wie die Biennale und die Oper La Fenice in Venedig oder die Arena von Verona leisten einen wichtigen Beitrag zum kulturellen und künstlerischen Leben. Eine nicht minder wichtige Rolle spielen die Universitäten, allen voran die Universität Padua, die neben ihrer traditionsreichen Geschichte auch über besonderes wissenschaftliches Prestige verfügt. 

In den letzten Jahren wurde nicht nur in Italien, sondern in ganz Europa die Stellung der Regionen aufgewertet, vor allem im Hinblick auf ihre Funktion im Rahmen der Umgestaltung der staatlichen Strukturen.