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Lombardia
 

Weltoffenheit ist ein charakteristisches Merkmal der Lombardei. Diese Offenheit rührt einerseits von Überlieferung und Kultur, andererseits von jahrhundertealten Beziehungen zu den Völkern Europas her. Offen ist die Lombardei aber auch aufgrund ihrer geographischen Lage, die sie sowohl mit dem Herzen des Kontinentes als auch mit dem Mittelmeer verbindet und sie so zu einem Schnittpunkt der bedeutendsten europäischen Verkehrswege werden ließ. Diese Besonderheiten machen die Lombardei nicht nur zu einer europäischen Region per se, sondern zu einer Region, die für die Zukunft Europas richtungsweisend sein wird. 

Die Lombardei gehört zu den bevölkerungsreichsten und wirtschaftlich stärksten Gebieten der europäischen Union. Sie verfügt über einen ausgeprägten Dienstleistungssektor und über ausgezeichnete Infrastrukturen. Auch gilt sie als die reichste und dynamischste Region des Staates. Mit ihren 23.834 km2 ist die Lombardei die viertgrößte Region der italienischen Halbinsel. 

Die Lombardei ist tatsächlich die reichste Region Italiens. Hier gibt es das höchste Pro-Kopf-Einkommen, das sogar auf europäischer Ebene eines der höchsten ist. Mit mehr als 750.000 Unternehmen und vier Millionen Arbeitnehmern liefert die Lombardei heute mehr als 20% des italienischen BIP und 30% der Industrieproduktion. Der Beitrag der Lombardei zum BIP der EU beträgt 3,7%, die Bevölkerung der Region stellt 2,6% der EU-Bevölkerung. 64% der regionalen Importe kommen aus EU-Ländern, für 56% ihrer Exporte findet die Lombardei Abnehmer in der EU. 

Der Großteil, und zwar 40% der ausländischen Investitionen in Italien werden in der Lombardei getätigt. Produktivität, Branchenvielfalt und wirtschaftliche Offenheit sind die Grundlagen des lombardischen Erfolgsrezeptes für wirtschaftliche Entwicklung. 

Trotz einiger tiefgreifender Veränderungen und einer nicht ganz optimalen Konjunktur nimmt die Lombardei noch immer eine wirtschaftliche Spitzenposition ein. Man pflegt hier eine Tradition der Arbeit, die in den umliegenden Gebiete verwurzelt ist und auch all jene erfaßt, die hierher kommen. Diese Tradition hat ihren Ursprung in der Geschichte und läßt sich anschaulicher als Unternehmergeist beschreiben. 

Im Mittelalter war „Lombarde" eine verallgemeinernde Bezeichnung für die italienischen Kaufleute und die Lombarden galten als die Erben des antiken Reiches der Langobarden. Ihren Namen kannte man in ganz Europa, in der Provence genauso wie in Katalonien, in Flandern wie in den Hansestädten. Noch heute sind ihre Spuren sichtbar. Im Herzen der Londoner City gibt es eine Lombard Street und in Hamburg eine Lombardsbrücke, um nur zwei der berühmtesten Beispiele zu nennen. 

Als internationale Verkehrsdrehscheibe steht die Lombardei heute vor der Aufgabe, ihre wichtigsten Verkehrsinfrastrukturen (Eisenbahnen, Straßen, Autobahnen) auszubauen. Deshalb wurde mit der Modernisierung des Straßen- und Verkehrsnetzes begonnen, um die Verkehrsverbindungen, die bereits Anfang des Jahrhunderts entstanden sind, an die heutigen Bedürfnisse anzupassen. So wird mit der Fertigstellung der Eisenbahntunnel durch den Lötschberg und den Gotthard eine direkte Verbindung zu den Wirtschaftspartnern in Mittel- und Nordeuropa entstehen. Darüber hinaus ist die Lombardei auch ein beliebtes Fremdenverkehrsgebiet, das mit seiner Geschichte, seinen Denkmälern und Kunstschätzen, seinen Naturschönheiten und Seen und mit seinen Wintersportorten und Kurorten viele begeistert und alljährlich mit einem breiten Spektrum an kulturellen Veranstaltungen unzählige Besucher anzieht. 

Gesetzgebung und Verwaltung 

Die Verfassung der italienischen Republik sieht vor, daß die Regionen mit Normalstatut zur Ausübung ihrer Befugnisse und Aufgaben Regierungsorgane einrichten. In der Region Lombardei sind diese Organe der Regionalrat, die Regionalregierung und der Präsident der Region. Der Regionalrat (Consiglio regionale) ist für die Gesetzgebung zuständig, die Regionalregierung (Giunta regionale) ist das Vollzugsorgan und der Präsident der Region, der auch Regierungschef ist, vertritt die Region nach außen und verkündet Gesetze. Alle fünf Jahre wählen die in der Lombardei ansässigen Bürger die Mitglieder des Regionalrates, die für die Dauer ihrer Amtszeit über alle Belange der Politik und Verwaltung in der Region bestimmen, ihre Programme durchführen, in Kommissionen an der Erarbeitung von Plänen und Programmen mitarbeiten und im Plenum den Haushalt beschließen. Die Regionalregierung besteht aus dem Präsidenten der Region und aus nicht mehr als 16 Mitgliedern einschließlich des Vizepräsidenten. Die Mitglieder werden vom Regionalrat mit absoluter Mehrheit gewählt. Der Präsident der Region koordiniert die Tätigkeiten der Regierung, leitet die Verwaltungsbefugnisse der Region und ist der Regierung gegenüber verantwortlich. 

Im Rückblick auf die Tätigkeiten der Region Ende vergangenen Jahres bezeichnete die Regierung der Lombardei 1997 als ein bedeutendes Jahr, in dem einige grundlegende Reformen zur Verbesserung der Verwaltung durchgeführt wurden. 1998 bezeichnete sie als ein Jahr des Föderalismus und bezog sich damit auf die Durchführung des 1997 beschlossenen und dringend notwendigen Gesetztes zur Verwaltungsreform. 

Eine der durchgeführten Maßnahmen war die Gesundheitsreform, die eine grundlegende Neuordnung der Gesundheitsversorgung bedeutete und mit der Neubesetzung von Spitzenpositionen im ärztlichen Bereich und im Management zu einer Rationalisierung der Krankenhausstruktur geführt hat. Weiters wurden neue Ausgabekriterien festgelegt und den Bürgern die Möglichkeit gegeben, frei zwischen privaten und öffentlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens zu wählen. 

Große Bedeutung haben in der Lombardei die Familie, das Unternehmen und das Volontariat als die Grundelemente der Gesellschaft. Die große Bereitschaft, freiwillig bei Hilfsorganisationen mitzuarbeiten, prägt schon seit langem das Verhalten und die Kultur der Lombarden.