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Republik
Slowenien: parlamentarische Demokratie
Fläche: 20.273 km2
Einwohner: 2,001,114 (30. Juni 2005)
BIP pro Kopf: 13.103 EUR (2004)
Hauptstadt: Ljubljana (330.000 Einwohner)
Slowenien
gehört zu den jüngsten Staaten Europas, da die Republik Slowenien
erst 1991 ihre Souveränität erlangte. Slowenien ist Mitglied
der Vereinten Nationen, der NATO und seit 01. Mai 2004 Mitglied
der Europäischen Union.
Geographische
Lage
Slowenien
liegt zwischen den Alpen und der Adria und grenzt an Italien,
Österreich, Ungarn und Kroatien. Die Hälfte der slowenischen
Staatsfläche ist mit Wald bedeckt. Im europäischen Vergleich
sind nur Finnland und Schweden stärker bewaldet. Den nordwestlichen
Teil des Landes beherrschen die Alpen mit dem höchsten Berg
Sloweniens, dem Triglav (2.864 m). Auf dem Weg von Mitteleuropa
in Richtung Adriaküste kommt man durch das slowenische Karstgebiet.
Diese phantastische Landschaft zeichnet sich durch die typischen
Karstphänomene aus und birgt die prächtigsten unterirdischen
Galerien Europas: Die von unterirdischen Wassern geschaffenen
Karsthöhlen Postojnska jama und ©kocjanske jame bergen die geheimnisvolle
Schönheit unzähliger Tropfsteine (Stalaktiten und Stalagmiten)
und stehen auf der UNESCO- Liste des Natur- und Kulturerbes.
Slowenien liegt an der Schnittstelle der Alpen, des Dinar-Gebirges
und der Pannonischen Tiefebene. Die verschiedenen Landesteile
stehen daher unter dem Einfluss des Alpen-, Mittelmeer- bzw.
Kontinentalklimas.
Bevölkerung
Slowenien
ist nicht nur einer der jüngsten Staaten Europas, sondern auch
einer der kleinsten. Zwei Millionen Einwohner – das entspricht
zum Beispiel einem Drittel der Bevölkerung Dänemarks. Die Amtssprache
ist Slowenisch. Die überwiegende Mehrheit der Einwohner sind
Slowenen (83,1 % lt. Volkszählung 2002). Die italienische Volksgruppe
in der Küstenregion und die ungarische Volksgruppe im Nordosten
des Landes haben den Status autochthoner Minderheiten, deren
Rechte in der Verfassung geschützt sind. Andere Volksgruppen
sind die Kroaten, Serben, Moslems, Jugoslawen, Mazedonier, Montenegriner
und Albaner, die zumeist nach dem Zweiten Weltkrieg als Wirtschaftsimmigranten
nach Slowenien zugewandert sind.
In Slowenien gibt es auch eine Roma-Gemeinschaft. Die Lage und
Sonderrechte der Roma sind gesetzlich geregelt.
In Italien, Österreich und Ungarn leben Slowenen als autochthone
Minderheiten. Außerhalb der Staatsgrenzen Sloweniens leben zwischen
250.000 und 400.000 Slowenen (je nachdem, ob auch die Kinder
und Kindeskinder der ursprünglichen Auswanderer, also die Migranten
zweiter, dritter, usw. Generation berücksichtigt werden). Die
meisten Auslandsslowenen leben in Übersee und in den Ländern
der Europäischen Union.
Die Mehrheit der Slowenen ist römisch-katholisch, in Slowenien
gibt es aber auch 38 andere Glaubensgemeinschaften, deren Aktivität
offiziell registriert ist.
Politisches
System
Slowenien
ist nach seiner Verfassung ein demokratischer Staat und beruht
auf dem Prinzip der Gewaltentrennung in Gesetzgebung, Vollziehung
und Gerichtsbarkeit.
Das oberste Gesetzgebungsorgan ist die Staatsversammlung (Dr¾avni
zbor – 90 Abgeordnete), in der die Gesetze beschlossen werden.
Der Staatsrat (Dr¾avni svet) mit 40 Mitgliedern hat beratende
Funktion. Staatsoberhaupt ist der Präsident der Republik, der
in direkten Wahlen für maximal zwei Funktionsperioden in der
Dauer von je fünf Jahren gewählt wird und auch Oberbefehlshaber
der Streitkräfte ist. Die Regierung ist das Exekutivorgan und
der Staatsversammlung gegenüber verantwortlich.
Die Gerichtsbarkeit obliegt den Richtern, die auf Lebenszeit
ernannt werden. Es gibt zwei Arten von Gerichten: Bezirks- und
Kreisgerichte, sowie Gerichte höherer Instanz als Berufungsgerichte.
Der Oberste Gerichtshof ist das höchste Gericht des slowenischen
Gerichtssystems.
Der erste „Hüter der Menschenrechte“, wie der slowenische Ombudsmann
genannt wird, wurde 1994 gewählt und erstattet der Staatsversammlung
regelmäßig Bericht über seine Tätigkeit.
Geschichte
Die
politische Geschichte der Slowenen reicht zurück in das 6. Jh.,
bis zur Gründung des Fürstentums Karantanien. Dieses erste freie
Fürstentum der Alpenslawen, der Vorfahren der heutigen Slowenen,
war bekannt für seine demokratische Ordnung, das Rechtssystem,
die Beteiligung des Volkes an der Wahl des Fürsten und für seine
fortschrittliche gesetzliche Regelung der Frauenrechte.
Ab dem 13. Jh. bis 1918 standen die Slowenen unter der Herrschaft
der Habsburger, mit Ausnahme des kurzen Zeitraums von 1809 bis
1813: In diesem Zeitraum gehörte Slowenien zu den Illyrischen
Provinzen des französischen Imperiums und genoss dabei ein gewisses
Ausmaß an Unabhängigkeit.
Nach 1918 wurde Slowenien Teil des Staates Jugoslawien, mit
einem beträchtlichen Grad an Unabhängigkeit in kulturellen,
sozialen, politischen und wirtschaftlichen Belangen. Nach dem
faschistischen Angriff auf Jugoslawien 1941 riefen die in der
Befreiungsfront vereinten politischen Kräfte Sloweniens alle
Slowenen zum Kampf gegen die Besatzer auf. Dieser Kampf entwickelte
sich zum allgemeinen Freiheitskampf, in dem auch die Fundamente
des slowenischen Staates gelegt wurden. Nach 1945 setzte sich
im neuen Jugoslawien eine stark zentralistische Staatsordnung
durch, in der es keinen Platz für die Verwirklichung der Bestrebungen
nach slowenischer Staatlichkeit gab. Als sich die politische
und wirtschaftliche Krise in Jugoslawien verschärfte, entschloss
sich Slowenien zur Durchführung der ersten freien Wahlen, die
im April 1990 abgehalten wurden. Bei der darauf folgenden Volksabstimmung
stimmte die Mehrheit der Wähler für die Unabhängigkeit Sloweniens.
Daher erklärte Slowenien am 25. Juni 1991 seine Souveränität
und wurde im Mai 1992 als Mitglied der Organisation der Vereinten
Nationen aufgenommen. Seit 01. Mai 2004 ist Slowenien Mitglied
der Europäischen Union.
Slowenien
und die internationalen Organisationen und Vereinigungen
Seit
01. Mai 2004 ist Slowenien Mitglied der Europäischen Union.
Integration
in die Europäische Union
Die
Zusammenarbeit zwischen Slowenien und der Europäischen Union
entwickelte sich sehr rasch, nachdem die EU im Januar 1992 die
Republik Slowenien als unabhängigen Staat anerkannt hatte. Nach
der Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU im
Juni 1996 wurden mehrere Abkommen zur Verstärkung der politischen
und wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der EU unterzeichnet.
Seit März 1998 verhandelt Slowenien um eine Vollmitgliedschaft
in der Europäischen Union. Die Verpflichtungen der slowenischen
Regierung sind klar: Festigung des Status des neuen unabhängigen
Staates, Entwicklung der Demokratie und der Marktwirtschaft.
Hauptanliegen Sloweniens ist es, bis 2003 auf einen formellen
EU-Beitritt vorbereitet zu sein. Dabei möchte es eine vollwertige
Rolle im historischen Prozeß der EU-Erweiterung und bei der
Wiedervereinigung Europas zu einem stabilen, friedlichen und
erfolgreichen Kontinent spielen.
Slowenien
und der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen
Nach
der Wahl zum nichtständigen Mitglied des Sicherheitsrates der
Vereinten Nationen im Oktober 1997 nahm Slowenien im Sicherheitsrat
den Platz ein, der Mittel- und Osteuropa zusteht. Im August
1998 übernahm Slowenien erstmals für einen Monat den Vorsitz
im Sicherheitsrat. Vor Ablauf des Mandats als nichtständiges
Mitglied im Dezember 1999 hatte Slowenien im November 1999 ein
zweites Mal den Vorsitz in diesem Gremium.
Wirtschaft
Slowenien
als relativ kleiner Staat kann sich nur als offene, nach außen
orientierte Wirtschaft erfolgreich entwickeln. Das bedeutet
nicht nur, dass die Bedeutung des Außenhandels mit Waren und
Dienstleistungen für das Bruttoinlandsprodukt ständig zunimmt,
sondern auch eine umfassende Internationalisierung der slowenischen
Wirtschaft.
Der Großteil des slowenischen Außenhandels wird mit den Ländern
der EU abgewickelt, vor allem mit Deutschland (Bayern), Italien
(Friaul-Julisch Venetien), Österreich (Kärnten, Steiermark)
und Frankreich (Automobilindustrie), sowie mit Kroatien, den
Vereinigten Staaten, der Russischen Föderation, mit Großbritannien,
Ungarn und den Niederlanden.
Ziel der slowenischen Außenhandelspolitik und –strategie ist
eine stärkere Positionierung auf dem EU-Markt, die Erschließung
neuer Märkte in der EU, die Rückeroberung eines Teiles der ehemaligen
jugoslawischen Märkte, eine wesentliche Verstärkung der Präsenz
auf den US-Märkten sowie auf einigen Märkten der ehemaligen
Sowjetunion und der Zugang zu anderen nichteuropäischen Märkten.
2004 erwirtschafteten die 2 Mio. Einwohner der Republik Slowenien
ein BIP pro Kopf von 13,103 Euro.
Tourismus
Slowenien
ist leicht und schnell zu erreichen. Die Anreise per Flugzeug
dauert von Frankfurt eine Stunde, von London zwei Stunden. Aus
München ist man in sechs Stunden mit dem Auto in Slowenien,
aus Wien fährt man vier Stunden, und Venedig ist mit dem Auto
nur drei Fahrstunden von Ljubljana entfernt. Slowenien bietet
seinen Gäste eine unberührte, wunderbare Landschaft und traditionelle
Lebensart in Bauernhöfen, die Agrotourismus anbieten, dazu ausgezeichnete
Speisen in den Gaststätten, freundliche Menschen, angenehme
Quartiere und noch viel mehr. Die slowenischen Kurorte und Heilbäder
wie Bled, Roga¹ka Slatina, Radenci, Eate¹ke und Atomske toplice
blicken auf eine lange Tradition zurück und bieten Kurleistungen
und Hotels auf höchstem Niveau. Die zahlreichen Berg- und Wanderwege
bieten eine breite Palette von Möglichkeiten für Bergtouren
und Wanderungen in den Julischen Alpen, in den Steiner Alpen
und im Alpenvorland. Da sich der Schilauf in Slowenien einer
langen Tradition erfreut (Weltcuprennen in Kranjska Gora und
Maribor und Schiflüge in Planica) ist in den Schizentren im
Winter immer sehr viel los. Für Jäger und Angler ist Slowenien
ein wahres Paradies auf Erden, da sich hier noch Hirsche, Bären,
Steinböcke, Rehe, Wildschweine und Forellen tummeln. Die slowenische
Küste hat viel zu bieten, unter anderem auch das beliebte Urlaubsziel
Portoro¾ und die liebliche Fischerstadt Piran. Im Hinterland
warten wahre Schätze der Natur: der Karst mit seinen zahlreichen
Höhlen (am bekanntesten sind wohl die Postojnska jama und die
©kocjanske jame), Dolinen und unterirdischen Flüssen, sowie
die berühmten Lipizzaner in ihrem Heimatgestüt Lipica.
Kulturerbe
Vor
mehr als tausend Jahren lebten die Vorfahren der heutigen Slowenen
mit den Franken, Bayern, den Einwohnern Venedigs und Friauls
zusammen, in den späteren Jahrhunderten auch mit anderen mitteleuropäischen
Völkern. In den Jahrhunderten dieses Zusammenlebens wurden die
Slowenen Bestandteil der europäischen christlichen Zivilisation.
In den Jahren 1550 bis 1600 wurden die ersten Bücher in slowenischer
Sprache gedruckt, vorwiegend geistliche Werke (z. B. die Bibelübersetzung),
aber auch eine slowenische Grammatik.
Die Geschichte des slowenischen Nationaltheaters reicht zurück
in jene Zeit, als Slowenien zur Donaumonarchie gehörte, deren
politische und kulturelle Metropole Wien war. Heute rühmt sich
die Hauptstadt Ljubljana zahlreicher Theater. Nicht zu vergessen
sind auch das Schauspielhaus, die Oper und das Slowenische Nationaltheater
in Maribor sowie die professionellen Schauspielgruppen in Celje,
Kranj und Nova Gorica. In Slowenien erwarten Sie unendlich viele
interessante Galerien, Museen, Theater, Opern, Philharmonische
Vereine, Jazz- und Rockkonzerte. Das zentrale kulturelle Ereignis
ist das internationale Sommerfestival Ljubljana (Ljubljanski
mednarodni poletni festival), das in der slowenischen Hauptstadt
den ganzen Sommer hindurch ein erstklassiges Kulturprogramm
bietet.
Zahlreiche Burgen und Schlösser verleihen der landschaftlichen
Vielfalt Sloweniens ein zusätzlich malerisches Ambiente. Viele
Altstädte sind bis heute gut erhalten. In der Architektur dominieren
Gotik und Barock. Auch die meisten slowenischen Kirchen sind
in diesen Stilrichtungen erbaut.
Doch der wertvollste und wohl größte Reichtum Sloweniens ist
die wunderbare, unberührte und intakte Natur. Slowenien ist
stolz auf sein Naturerbe.
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