| Die Steiermark mit ca. 1,2 Millionen
Einwohner und einer Fläche von 16.387 Quadratkilometer liegt im südöstlichen
Teil Österreichs und grenzt im Süden an Slowenien. Die weiteren
Nachbarn sind die österreichischen Bundesländer Kärnten,
Salzburg, Ober- und Niederösterreich und das Burgenland. Die Vielfalt
der steirischen Landschaft reicht von hochalpinen Zonen bis zu mediterranen
Klimabereichen im Süden. Entlang der Thermenlinie im Osten befindet
sich eine Reihe von Heilbädern mit hohem therapeutischen Wert.
Fast die Hälfte der Beschäftigten
ist in Gewerbe und Industrie tätig, davon nahezu jeder zweite im Montan-,
Hütten- und metallverarbeitenden Bereich. Rund ein Viertel der Erwerbstätigen
ist im Dienstleistungsbereich mit dem expandierenden Fremdenverkehr angesiedelt,
etwa 17 Prozent der Beschäftigten teilen sich auf Handel und Verkehr
auf. Über ein Achtel arbeitet in der hochspezialisierten Landwirtschaft.
In ihr kommt neben der Aufzucht von Mast- und Fleischrindern der Milchproduktion
(16 Prozent des österreichischen Gesamtaufkommens) besondere Bedeutung
zu. Im Pflanzenbau überwiegt der Mais. Bei den Spezialkulturen dominieren
Wein, Qualitätsobst und Ölkürbisse. Bei einer Waldfläche
von mehr als 50 Prozent des Landes kommt der Forstwirtschaft und Holzverarbeitung
ein besonderer Stellenwert zu.
Seit der Landeswerdung der Steiermark
im frühen 12. Jahrhundert stellt die Gewinnung und Verhüttung
von Eisen das Kernstück der Wirtschaft dar. Heute vollzieht sich in
diesen Bereichen eine Umstrukturierung auf Finalprodukte bis hin zum High-Tech-Sektor.
Die Steiermark ist ein ausgesprochenes
Transitland. Durch sie führen die großen Transversalen vom Donauraum
in den adriatischen Bereich sowie aus dem EG-Raum über den Balkan
nach Vorderasien. In diesem Schnittpunkt stellt die Internationale Grazer
Messe ein wichtiges Bindeglied zwischen Westeuropa und dem Südosten
dar.
Die Steiermark ist traditionsreicher
Kulturboden. Dasselbe gilt auch für die Wissenschaft: Circa 45.000
Studierende, davon ein hoher Prozentsatz aus dem Ausland, frequentieren
die vier steirischen Universitäten und Hochschulen. Das von Erzherzog
Johann gegründete Landesmuseum Joanneum ist der größte
österreichische Museumskomplex außerhalb von Wien. Zusätzlich
zum Theater- und Orchesterwesen des Landes gehört der Steirische Herbst
und die Dreiländer-Biennale "Trigon" zu den dauernden Einrichtungen
des steirischen Kulturlebens.
Das Gesetzgebungsorgan der Steiermark
ist der Landtag. Er hat 56 Mitglieder und wird von den Staatsbürgern,
die mindestens 19 Jahre alt sind und die im Land ihren ordentlichen Wohnsitz
haben, auf die Dauer von fünf Jahren gewählt. Neben der Gesetzgebung
ist der Landtag zuständig, den jährlichen Haushalt zu beschließen
und an Akten der Verwaltung des Landesvermögens, bei denen es um große
Summen geht, mitzuwirken. Die Landesregierung wird vom Landtag gewählt.
Sie besteht aus neun Mitgliedern, ihr Vorsitzender ist der Landeshauptmann;
dieser hat derzeit einen Stellvertreter. Mit Waltraud Klasnic hat die Steiermark
seit 1996 erstmals eine weibliche Regierungschefin. Die Landesregierung
ist die oberste Behörde zur Vollziehung von Landesgesetzen. Der Landeshauptmann
ist nach den Bestimmungen der Bundesverfassung mit der Besorgung wichtiger
Bereiche der Bundesverwaltung (z.B. Gewerberecht) betraut (mittelbare Bundesverwaltung).
Diese Angelegenheiten können auch namens des Landeshauptmannes von
Mitgliedern der Landesregierung besorgt werden. |